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Richtig heizen im Winter [mit Bonustipp zum Lüften]

Lesezeit: 6 minuten

Je kälter es draußen wird, desto gemütlicher mag man es in seinen eigenen vier Wänden. Um im Winter richtig zu heizen, haben wir die besten Tipps für Dich gesammelt. So kannst Du Deine ideale Raumtemperatur finden und trotzdem Geld sparen.

7 Anregungen, um richtig zu heizen

 

1. Ab wann solltest Du überhaupt heizen?

Einerseits hängt es vom Wetter draußen, andererseits aber auch vom Zustand Deiner Immobilie und Deinem eigenen Wärmegefühl ab, wann es Dir Zuhause zu kalt wird. Die schnelle Antwort ist deshalb, dass die Idealtemperatur im Wohnzimmer 20-22° C, im Schlafzimmer 18° C und im Bad 22-23° C betragen sollte. Liegt sie darunter, kannst Du das durch richtiges Heizen anpassen.

Genauer betrachtet solltest Du dabei aber auch die finanziellen Konsequenzen im Blick behalten. Je öfter Du heizt, desto höher werden auch die Heizkosten sein. Sind Dir die oben genannten Temperaturen also zu niedrig, weil Dir schnell kalt wird, so kannst Du Dir auch einfach mal dicke Wollsocken und einen warmen Pullover überziehen, anstatt gleich das Thermostat aufzudrehen. Plus: das steigert auch den Gemütlichkeitsfaktor!

Bist Du für längere Zeit weg oder magst es einfach lieber kalt, so schalten sich viele Heizungen ab einer einstelligen Temperatur in der Wohnung von alleine an. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Rohre einfrieren, was manchmal in einem unschönen Rohrbruch enden kann – oder Du findest plötzlich Schimmel an Deinen Wänden.

Gesetzlich betrachtet gibt es keinen klar definierten Zeitraum, der als offizielle Heizperiode gilt. Jedoch orientieren sich Vermieter oft an Rechtssprüchen, die Anfang Oktober bis Ende April als solchen sehen. Das heißt, dass Du als Mieter Angaben zum Heizzeitraum oft in Deinem Mietvertrag findest, und außerhalb dieser Zeit ist das Heizen schlichtweg nicht möglich, da die Heizanlage nicht läuft.

Ist es Dir jedoch gar nicht möglich, eine angemessene Raumtemperatur zu erreichen, zum Beispiel weil die Heizung nicht funktioniert, solltest Du Deinem Vermieter so schnell wie möglich Bescheid sagen. Reagiert er oder sie nicht, so kannst Du Mietminderung anfordern. Dies gilt übrigens auch bei störenden Heizungsgeräuschen, die ständig auftreten.

 

2. Was bedeuten die Zahlen auf dem Thermostat?

Die Ziffern auf dem Thermostat zeigen nicht die aktuelle Raumtemperatur an, sondern die zu erreichende. Normalerweise gibt es fünf Stufen:

  • * = 5°C bzw. Frostschutz
  • 1 = 12° C
  • 2 = 16°C
  • 3 = 20° C
  • 4 = 24° C
  • 5 = 28° C

Thermostat einstellen zum richtig Heizen

Zwischen den Stufen sind dann noch einmal kleine Striche angebracht, die für je einen Grad stehen. Wird die Heizung von Möbeln, Vorhängen oder einer eng angebrachten Fensterbank eingeengt, so ist die Messung der Temperaturen weniger zuverlässig.

Fürs richtig Heizen im Winter solltest Du das Thermostat also nicht auf die vollste Stufe hochdrehen in dem Glauben, ein Zimmer dadurch schneller aufzuheizen. Stattdessen heizt es einfach so lange, bis die Temperatur der eingestellten Ziffer erreicht ist und hält sie dann auf diesem Level.

 

Hinweis für Tech-Begeisterte: Es gibt auch smarte Thermostate, die Du vom Handy aus steuern kannst. Dazu tauschst Du Dein manuelles gegen ein smartes Thermostat aus und kannst die Temperatur anschließend von überall aus hoch- oder runterschrauben bzw. Sogar vorprogrammieren. Auch per Sprachsteuerung!

 

3. Das Rundherum nicht vergessen

Auch das Umfeld macht’s aus. Nicht nur der Heizkörper an sich, auch der Rest des Raumes beeinflusst, wie effizient Du heizt. Die Dämmung der Wände ist zum Beispiel ausschlaggebend dafür, wie lange sich Wärme innerhalb der Zimmer hält – egal ob Wohnung oder Haus. Hast Du jedoch Appartements unter oder über Dir, so heizen diese die Wände gleich mit. Praktisch, oder?

Wenn es an Fenstern und Türen zieht, dann sind diese wohl undicht. Fenster kannst Du natürlich abdichten, aber vielleicht tut es auch ein einfacher Zugluftstopper aus Stoff. Innentüren solltest Du schließen, damit die Heizwärme nicht sofort entweicht. Und nachts kannst Du einfach alle Rolläden runterlassen, das trägt auch zu einer guten Raumtemperatur im Winter bei.

Generell gilt: Deine Heizung braucht Platz. Wenn Dein Bett oder das Sofa direkt daneben stehen, dann kann sich die Hitze nicht so gut verteilen und empfindliche Materialien können dabei sogar beschädigt werden. 30-50 Zentimeter sollten also schon zwischen beiden Objekten vorhanden sein.

Ein hilfreicher Hinweis ist auch, die Sonnenseiten Deiner Wohnung clever zu nutzen. Wenn Du Dich im Raum mit Sonneneinstrahlung aufhältst ist es dort wärmer und Du musst weniger heizen. Eigentlich logisch, oder? Und Sonnenstrahlen machen auch noch glücklich!

 

4. Heizung einstellen: Tag vs. Nacht

Da Du nachts schläfst und deshalb nur ein Zimmer nutzt, darf da die Raumtemperatur im Winter ruhig etwas abfallen. Vielleicht hast Du schon einmal davon gehört, die Heizung in der Nacht komplett abzudrehen. Das kann aber manchmal Schimmel hervorrufen, da die Feuchtigkeit durch das Absenken an den Wänden hängen bleibt. Auf einen niedrigen Stufe sollte die Heizung also schon laufen, um richtig zu Heizen. Weiterer Vorteil: Der Raum heizt sich am nächsten Tag auch schneller auf, wenn Du das Thermostat wieder hochdrehst.

Oft kannst Du eine Nachtabsenkung an der Heizung einstellen, so hast Du nachts eine andere Temperatur als bei Tag. Dies geschieht durch eine Zeitschaltuhr, die entweder an der Anlage direkt oder am einzelnen Thermostat angebracht wird. Oder Du drehst den Regler an jedem einzelnen Heizkörper selbst runter und am Morgen wieder rauf.

Im Schlafzimmer ist es übrigens besser, eine Wärmflasche oder ein Kirschkern-Wärmekissen bei Kälte zu benutzen, als die Heizung total aufzudrehen. Dabei sparst Du nicht nur Geld, sondern es trägt auch zu einem besseren Schlaf bei. Win-win-Situation also!

 

5. Richtig Heizen: Im Winter eher nicht mit Strom

Elektroheizungen sind zwar billig in der Anschaffung, weisen jedoch einen richtig hohen Stromverbrauch auf, was anschließend in hohen Kosten resultiert. Dafür fallen aber geringe Wartungsarbeiten an. Sie sind also gut für eine Mietimmobilie geeignet, die nicht oft genutzt wird, wie eine selten besuchte Ferienwohnung oder ein Gartenhaus, in dem Du Dich im Sommer häufiger als im Winter aufhältst und dementsprechend selten beheizen musst.
Insgesamt lässt sich also sagen: Stromheizungen sind kleine Energiefresser mit versteckten Kosten, die nur in Einzelfällen Sinn ergeben.

 

Hinweis Fußbodenheizung: Diese funktioniert auf andere Art und Weise als Dein normaler Heizkörper. Das Aufheizen dauert auf jeden Fall länger, ungefähr 1-2 Stunden je nach Bodendicke, jedoch halten sie die Wärme dann auch länger. Im Gegensatz zu Heizkörpern erwärmt eine Fußbodenheizung nicht die Luft rundherum, sondern Objekte wie den Boden und bietet Dir so eine behagliche Wärme.

 

6. Anbieter wechseln

Manchmal hilft nur der Umstieg auf einen anderen Stromanbieter, um am Ende des Monats nicht mit leeren Taschen dazustehen. Am besten natürlich zu einem mit Ökostrom, um auch der Umwelt etwas Gutes zu tun. Es gibt verschiedenste Grünstrom-Tarife und im Internet kannst Du deren Preise einfach von zu Hause aus vergleichen. Dasselbe gilt für die spezifischen Konditionen – mach Dir einfach eine Liste von Angaben wie Kündigungsfrist und Preisgarantie, und schon hast Du Deinen persönlich zugeschnittenen Überblick.

Übrigens: Bei vielen Anbietern gibt es ein Empfehlungsprogramm. Kennst Du also jemanden, der einen gewissen Anbieter bereits nutzt, so kann er oder sie dich “anwerben” und bekommt eine Geldprämie. Die könnt Ihr Euch dann aufteilen!

 

7. Heizung entlüften

Gluckert Deine Heizung oder wird nicht mehr richtig warm? Dann wird es wohl Zeit, sie zu entlüften. Doch wenn Du jetzt denkst, dass da ein Fachmann ran muss, liegst Du falsch. Es ist gar nicht so schwer, selbst eine Heizung zu entlüften und damit wieder ein gemütliches Raumklima in Deiner Mietwohnung, Zimmer oder Haus zu haben. Was Du jedoch brauchst, ist ein Entlüftungsschlüssel (frag Deinen Vermieter, falls Du ihn nirgends finden kannst), eine Auffangschale und alte Lappen.

Drehe dann zuallererst alle Heizkörper auf Höchststufe und schalte die Umwälzpumpe vom Warmwasser ab. Warte dann eine halbe bis Stunde ab. Nun kannst Du Lappen und Schüssel unters Ventil legen und dieses mit dem Schlüssel aufdrehen. Achtung, es wird Zischen! Sobald jedoch Wasser austritt, kannst Du das Ventil wieder schließen, denn die Luft ist draußen. Schalte die Pumpe wieder ein und schon kannst Du Deine vier Wände ohne Störungen wieder aufheizen!

Entlüften und Lüften unterscheiden sich zwar nur durch drei Buchstaben, sie sind jedoch zwei verschiedene Sachen. Entlüften muss man den Heizkörper, Lüften durchs Fenster. Richtig Heizen und Lüften sind beide wichtig – sowohl für Deinen Geldbeutel, als auch für Dein Wohlbefinden.

 

Bonus: Richtig Lüften für ein gutes Raumklima

Lüften ist so eine Sache, die man im Winter gerne mal aufschiebt, weil es zuhause möglichst warm und gemütlich sein soll. Jedoch bereitet Dir das auf lange Sicht mehr Schaden, als regelmäßig ein wenig frische Luft reinzulassen. Denn lässt Du die Feuchtigkeit nicht raus, droht Schimmelbildung.

 

Gut zu wissen: Ein drei-Personen-Haushalt produziert täglich sieben bis 10 Liter Luftfeuchtigkeit bzw. Wasser in einer 75qm-Wohnung. Dies entsteht durch Aktivitäten wie duschen und kochen. Ganz schön viel, oder?

 

Generell solltest Du das Lüften in Deine Routine einbauen, also zum Beispiel gleich nach dem Aufstehen, dem Mittag- und Abendessen. Das gilt zwar für alle Fenster in der Wohnung oder im Haus, aber im Bad und in der Küche entsteht sogar noch mehr Feuchtigkeit.

Das Wichtigste ist aber, Fenster nicht zu kippen sondern nur kurz Stoßlüften, fünf bis zehn Minuten. Im Zusammenspiel mit richtigem Heizen führt das auch dazu, dass Du Energie einsparst. Dreh die Heizungen aber immer auf 0, sobald Du Fenster und Türen öffnest. Wenn Du verschiedene Räume gleichzeitig lüftest entsteht ein Luftzug, der die Feuchtigkeit noch besser abtransportiert.

Notfalls kannst Du Dir auch ein Hygrometer besorgen, um die Feuchtigkeit in der Luft zu kontrollieren. Sie sollte zwischen 50 und 55 Prozent liegen. Kommt es jedoch zur Schimmelbildung, dann lässt sich dieser mit ein wenig Aufwand auch wieder entfernen.

 

Durch richtiges Heizen und Lüften, vor allem im Winter, sorgst Du einerseits für ein besseres Raumklima und andererseits auch dafür, Deine Kosten unter Kontrolle zu bringen. Mit unseren Tipps kannst Du das problemlos schaffen!