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Home Staging – Teil 2: Die besten Tricks, um Räume zu gestalten

Lesezeit: 6 minuten

Nachdem Du ausgemistet, aufgeräumt, geputzt und fertig repariert hast (mehr dazu in Teil 1 unserer Home Staging Serie), geht es mit dem eigentlichen Einrichten los. Außerdem findest Du hier Tipps, wie Du Dein fertig eingerichtet Mietobjekt am besten ablichtest und auch, wieso Gerüche eine große Rolle spielen.

Einrichten – Aber richtig

Vielleicht denkst Du Dir, dass ein leeres Zimmer immer größer aussieht als ein eingerichtetes. Überraschenderweise stimmt dies aber nicht, wenn Möbel in den Räumen sind kann ein Interessent sich viel besser vorstellen, dass auch seine Möbel dort Platz haben werden.

Home Staging kostet Zeit, Arbeit und kann aufwendig sein, von daher solltest Du Deinen Fokus auf die wichtigsten Räume richten. Das sind Küche, Wohnzimmer und Masterschlafzimmer. Diese drei Räume haben den größten Einfluss auf die Mietinteressenten.

Professionelle Home Stager haben einen Fundus an Möbeln und Dekorationen, auf die sie zurückgreifen können. Es gibt auch Firmen, bei denen man Möbel mieten kann. Als billigere und leichtere Option bieten andere Firmen Pappmöbel an, die beispielsweise mit einer Küchenfront bedruckt sind. Ob Du auf solche Services zurückgreifen möchtest, hängt von Deiner individuellen Situation ab.

Zwei gelbe Sessel vor einem Fenster mit grüner Pflanze und Holzboden als Home Staging Beispiel

Lange helle Vorhänge, etwas Grün und zwei Stühle sorgen dafür, dass ein leer stehendes Zimmer gleich viel heimeliger aussieht

Ohne Licht geht nichts

Mithilfe von Licht kannst Du einen Raum komplett verwandeln. Dabei solltest Du Dich nicht auf nur eine Deckenbeleuchtung verlassen sondern lieber viele kleine Lichtquellen benutzen. Stehlampen, Spiegel und Kerzen können Dir dabei helfen. Lichter an beiden Seiten eines schmalen Flures oder auch Spiegel, leuchten den vorhanden Raum besser aus. Dunkle Vorhänge sind gar keine gute Idee und sollten abgenommen werden. Stattdessen kannst Du für wenig Geld helle, eher durchsichtige Vorhänge besorgen und ganz oben an der Decke befestigen, sowie in dem Bild oben, dadurch wird einem Raum mehr Höhe verliehen.

Mit Spiegel und Glas kann man generell in allen Zimmern optisch extra Raum erschaffen, da diese Materialien Licht reflektieren.  

Farben als Blickfang

Es ist sinnvoll, sich für eine Farbe zu entscheiden und diese in Form von Farbklecksen durchgängig zu verwenden. Die Farbe kann zum Beispiel in einer Vase, Bilderrahmen oder den Handtüchern vorkommen. Vor allem bei kleinen Räumen, in denen weniger Platz ist, solltest Du helle Farben (beige, creme, weiß, hellblau, pastell) benutzen, da Du den Raum so als größer empfindest.

Wohnzimmer: Der Mittelpunkt Deines Zuhauses

Eine weiße, helle Couch bringt Licht in kleine, dunkle Räume. Der Trick ist, das Sofa nicht direkt an die Wand zu stellen, sondern mit etwas Abstand. So können Besichtiger zum einem um das Möbelstück rumgehen und den Raum besser anschauen, zum anderen suggeriert es dem Auge aber auch, dass mehr Platz vorhanden ist. Leere Glastische sorgen übrigens für einen ähnlichen Effekt.

Entferne 25% der Bücher von ihren Bücherregalen und stelle stattdessen eine Vase, Gefäße oder ein paar Bücher mit dem Buchdeckel in das Regal. Dadurch wirkt es so, als ob mehr Platz vorhanden sei. Bei Teppichen solltest Du auf die richtige Größe achten. Couch oder Stühle sollten mit den vorderen Beinen den Teppiche berühren, wie auf dem Bild unten zu sehen, um eine optische Balance zu erstellen.

Home Staging im Wohnzimmer

Dadurch, dass die Vorderbeine des Stuhls und der Couch den Teppich berühren entsteht eine optische Balance.

Ruhezone Schlafzimmer

Wenn das Schlafzimmer etwas größer ist, kannst Du die Bettenden dunkel streichen, um ein Gefühl von Geborgenheit zu kreieren. Ein Schrank sollte auf keinen Fall gegenüber vom Bett aufgestellt werden, da dies sonst erschlagend wirken kann. Ein Teppich sorgt nicht nur für warme Füße, sondern lässt das Zimmer auch gleich gemütlicher erscheinen.

Küche: Oft klein, aber fein

Küchen lassen sich optisch strecken, indem Du Längsenden dunkel streichst. Auch solltest Du in jede Küche einen Esstisch stellen, egal wie klein sie ist. Auf der Arbeitsfläche sollte man so wenig wie möglich rumstehen lassen, damit die Küche ordentlich und gepflegt wirkt. Falls jemand die Immobilie während der Besichtigung noch bewohnt sollte man drei Stunden davor nicht mehr kochen, um Gerüche zu vermeiden.

Dekoartikel

Sei sparsam mit Accessoires und wähle bis zu drei Dekogegenstände, um optische Harmonie zu schaffen, sonst wirkt Dein Zimmer chaotisch. Verzichte auf jeden Fall auf Plastik und benutze stattdessen Holz-, Glas- oder Metallgegenstände, da diese hochwertiger aussehen.

Zusätzliche Räume

Du hast noch einen extra Raum neben Wohn- und Schlafzimmer? Finde die Funktion dieses Raumes und richte ihn dementsprechend ein. Schaue Dich um, wer in der Nachbarschaft wohnt: Sind es ältere Ehepaare, junge Studenten, Familien? Daraus kann man schließen, wer mögliche Interessenten sein könnten und man kann solch einen Raum als Arbeits-, Kinder- oder Künstlerzimmer einrichten. So kann ein kleiner Raum, den man sonst nur als unattraktive Abstellfläche wahrnimmt, als zusätzliches Sahnehäubchen präsentiert werden.

Fotos

Nachdem Du Deine Immobilie gründlich gereinigt, aufgeräumt und optisch ansprechend eingerichtet hast, ist es Zeit, Fotos von den Zimmern zu machen, damit Du online eine Anzeige erstellen kannst.

Das A und O ist die Beleuchtung. Mache die Fotos tagsüber, damit so viel Licht wie möglich in den Räumen ist. Wenn die Lichter, die im Zimmer sind, nicht ausreichen, können Dir billige Baulampen aus dem Baumarkt helfen. Oder Du leihst Dir einfach kurz eine Lampe von Nachbarn bzw. Bekannten aus.

Kein Blitzgewitter bitte

Benutze keinen Blitz! Für Porträtaufnahmen ist er zwar nützlich, aber absolut ungeeignet dafür, einen Raum zu fotografieren

Ein Weitwinkel-Objektiv hilft Dir, einen größeren Teil des Zimmers abzubilden. Räume dafür Gegenstände aus dem Bildvordergrund weg (z.B Kommode, Zimmerpflanze), dadurch wirkt der Raum weiter und einladender.

Vorteilhafte Fotos machen als Teil des Home Stagings

Im richtigen Winkel geschossen, lassen Fotos einen Raum gleich größer erscheinen

Stelle Dich auf einen Stuhl in die Ecke des Raumes und schieße das Bild aus der Diagonalen (im Foto weiß markiert), damit der Raum so groß wie möglich wirkt. Achte darauf, dass die Raumecken vertikale Linien bilden (im Foto orange markiert), sonst kann der Raum so wirken, als ob die Wände sich nach innen biegen und den Eindruck vermitteln, dass das Gebäude kurz davor ist, zusammenzubrechen.

Meide reflektierende Flächen wie Fenster oder Spiegel. Vor allem dreckige Fenster fallen besonders negativ auf, wenn Tageslicht reinscheint.

Wissenswertes

Wusstest Du, dass die Gründer von Airbnb am Anfang mit einer sehr guten Kamera von Tür zu Tür gegangen sind und professionelle Bilder der Unterkünfte in New York gemacht haben? Dadurch wurden diese zwei- bis dreimal öfter gebucht. Das zeigt, was für einen Unterschied gute Fotos machen können.

Wenn Du ein Haus vermieten möchtest, denke daran, auch ein Foto von dem kompletten Haus von außen zu machen. Finde die Schokoladenseite des Hauses und sorge dafür, dass keine Autos oder Mülltonnen den Betrachter von Deinem Schmuckstück ablenken. Falls Deine Immobilie nicht sonderlich schön ist, mache ein Foto, wenn der Himmel toll aussieht, z.B. bei Sonnenuntergang. Es empfiehlt sich auch alle Lichter in den Räumen anzuschalten, dann sieht Dein Gebäude gleich viel einladender aus. Falls wirklich alle Stricke reißen, kannst Du notfalls auch einen Screenshot von Google Maps für die Außenfassade hernehmen.

Haus vor blauem Himmel, als gutes Beispiel für erfolgreiches Home Staging

Ein schöner blauer Himmel lässt jede Immobilie gleich hübscher erscheinen.

Geruch – Da liegt was in der Luft

Auch der Geruch spielt eine große Rolle. Wer will schon in ein Haus ziehen, in dem es modrig oder noch Rauch riecht? Ordentlich Lüften gehört natürlich dazu, aber wenn Du besonders Eindruck schinden willst, dann mache vor einer Besichtigung Muffins, sodass der Geruch von Frischgebackenem durch das Haus zieht.

Für besonders hartnäckige Gerüche kann man auch Kaffeebohnen in einer Pfanne anrösten und durch die Zimmer wandern. Der Kaffeegeruch neutralisiert schlechte Gerüche.

Letzter Rundgang

Wenn Du mit all Deinen Vorbereitungen fertig bist, gehe aus dem Haus und stelle dir vor Du betrittst das Grundstück zum ersten Mal. Wandern Deine Augen zu den besten Ecken der Immobilie, ist die Eingangstür dreckig? Nach dem letzten Rundgang ist Deine Immobilie bereit Interessenten gezeigt zu werden.

Wenn Du nach Mietern suchst kannst Du jederzeit, komplett kostenlos bei uns eine Anzeige inserieren.